CARLOS SANDOVAL


                       NANCARROW  —  HOME


 

Carlos Sandoval, 1956 in Mexico City geboren, ist als freischaffender Komponist und Videokünstler Autodidakt. Zeitweise besuchte er die Escuela Nacional de Música in Mexico City und erhielt privaten Unterricht in Theorie, Komposition und Analyse bei Julio Estrada in Temixco. 1988 traf Sandoval Conlon Nancarrow und war von 1991 bis 1994 dessen Assistent. Nancarrows Musik prägte ihn stark, und es dauerte lange Zeit, bis er die Einflüsse von Nancarrow und Estrada anzunehmen und zu verbinden verstand. 2003 siedelte Sandoval nach Berlin über. Mex-Toys (2003/04) war sein erstes Werk, in dem Video und Musik sowohl konstruktiv als auch konzeptuell auf einer gemeinsamen Ebene zusammenwirken. Mit diesem Stück verließ er das tradierte Partiturmodell und das deterministische Denken zugunsten eines erlebnisorientierten Zugangs zur Musik. Piagets Theorie der Sprache als Objekt und des kognitiven Unvermögens einer Unterscheidbarkeit von Außenwelt und individueller Psyche hat großen Einfluss auf seine jüngeren Werke, für die Konzepte wie „Beweisbarkeit“, „Intuition“, „Empathie und Subjektivität“, „Vorsätzlichkeit des Bewusstseins“ und – nicht zuletzt – „Technoethik“ geltend gemacht werden können. Seine Werke wurden bei internationalen Festivals aufgeführt, u.a. bei den Donaueschinger Musiktage (1992, 2015), beim Hudeersfield Contemporary Music Festival (2007), und bei ZKM Imatronics Electronic Music Festival (2014) u.a.

 
Wikipedia (Englisch)
Foto: Ernesto Méndez, 2017